Wasseranteile:

In einer Klärschlammsuspension können vier Wasseranteile aufgrund ihrer Bindungsform zu den Feststoffen unterschieden werden:

A    freies – ungebundenes Wasser  (free water)

B-D    gebundenes Wasser (bound water)

keine physikalische Bindung zu den Partikeln
- bei der maschinellen Entwässerung abtrennbar
- Freisetzung wird durch polymere Flockungsmittel
  beschleunigt

- Menge = ges. Wasser – gebundenes Wasser

physikalische und chemische Bindung zu den Partikeln
-  nicht mechanisch abtrennbar
- nicht durch eine Polymerkonditionierung beeinflussbar

- Menge wird die Flockenstruktur bestimmt

Unterkategorien:

Überstandswasser (supernatant water)
bei der statische Eindickung


gefangenes Wasser (bulk water)
: (A*)
in großen Flockenverbänden 
                 

 Unterkategorien:

B: Zwischenraumwasser (internal water):  Wasser welches
physikalisch im Inneren der Flocken durch Kapillarkräfte gebunden ist (Porengröße bis ca. 10 µm)

C: Oberflächenwasser (surface water):  Wasser welches chemisch oder physikalisch durch Adhäsionskräfte gebunden ist

D: chemisch gebundenens Wasser (chemical bound water): stark gebundenes Wasser, chemisch in Gelen und EPS, Zellinnenwasser und Hydratwasser

 
Durch gezielte thermogravimetrische Messungen kann das freie Wasser exakt quantifiziert werden.
 

  • Die Bestimmung der Wasseranteile ermöglicht eine genaue Prognose des maximal erreichbaren Entwässerungsergebnisses TR(A)KBKopp.
  • Für die Festlegung von Garantiewerten, sowie als Bezugsgröße zur Optimierung der Schlammentwässerung, ist diese Messung hervorragend geeignet.
  • Die Prognosegenauigkeit des Kennwertes beträgt ± 0,5% TR für betrieblich optimierte Entwässerungsaggregate.
  • Der Prognosekennwert TR(A)KBKopp ist im DWA Merkblatt M-383 "Kennwerte der Klärschlammentwässerung" (Juli 2019) aufgenommen und somit fachlich anerkannt.
  • Vermessung von mehr als 900 Schlammproben für nationale und internationale Gutachten basierend auf dem Prognoskennwert TR(A)KBKopp.
 
Wird das optimal erreichbare Entwässerungsergebnis nicht erreicht, wird empfohlen, Versuche bei verminderter bzw. veränderter Durchsatzleistung durchzuführen und die Maschinenparameter zu überprüfen.
 
Bereits mehrfach konnte durch Verringerung der Maschinenbeschickung (z.B. Entwässerung bei 15 m³/h statt bei 20 m³/h mit Zentrifugenentwässerung) und damit verbundener Erhöhung der wöchentlichen Betriebszeit und Anpassung der Maschineneinstellung (u.a. der Differenzdrehzahl und Regelbeginn des Dekanters) eine Verbesserung im Austrag von 2-3 %TR-Punkte erreicht werden.  
 
 
 
 
Um das betrieblich mögliche Entwässerungsergebnis im Jahresverlauf zu errei-chen, empfiehlt KBKopp das Entwässerungsmodell TR(Mod-A) zur Optimierung der Schlammentwässerung anzuwenden (siehe Navigationspunkt TR(Mod-A), derzeit noch in der Erstellung für diese Webseite).